Kraan

Kraan

Quelle: Wikipedia

Kraan: Die Architekten des deutschen Jazzrock zwischen Groove, Freiheit und Experiment

Eine Band, die seit 1970 den deutschen Rock mit Eleganz, Wucht und kosmischer Leichtigkeit erweitert

Kraan gehören zu den prägenden Formationen des deutschen Jazzrock und der Krautrock-Geschichte. Die Band entstand 1970 in Ulm, entwickelte früh einen eigenen, sofort wiedererkennbaren Sound und verband Rockenergie mit Jazzharmonik, Funk-Groove und orientalisch anmutenden Klangfarben. Bis heute steht der Name Kraan für musikalische Eigenständigkeit, instrumentale Raffinesse und eine Bühnenpräsenz, die Generationen von Hörerinnen und Hörern fasziniert hat. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Die Anfänge in Ulm: aus einer Experimentierlust wird eine Institution

Die Geschichte von Kraan beginnt nicht mit einer kalkulierten Karriereplanung, sondern mit einer leidenschaftlichen Suche nach einem neuen Klang. Peter Wolbrandt, Hellmut Hattler und Jan Fride spielten bereits Ende der 1960er in verschiedenen Formationen und formten 1970 in Ulm jene Band, die sich bald von üblichen Genregrenzen löste. Aus der Vorgängergruppe Inzest entwickelte sich Kraan, nachdem die Musiker ihre unterschiedlichen Interessen in ein gemeinsames Konzept überführten: harte Beats, jazzige Läufe und ein offener Umgang mit Stilmitteln. Diese frühe Phase legte den Grundstein für eine Musikkarriere, die von Neugier, Virtuosität und ständiger Weiterentwicklung geprägt blieb. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Besonders charakteristisch war schon in der Anfangszeit das Zusammenspiel von Rock und Jazz, das nicht als bloße Mischung wirkte, sondern als eigenständige Sprache. Kraan probten und arbeiteten in einer Umgebung, die viel Freiheit erlaubte, und nutzten frühe Auftrittsmöglichkeiten, um ihren Stil zu schärfen. Der Klang war offen, rhythmisch beweglich und zugleich melodisch prägnant. Genau daraus erwuchs jene Signatur, die die Band in der deutschen Musikszene so unverwechselbar machte. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Der Durchbruch: Krautrock, Fusion und ein Sound mit Wiedererkennungswert

In den 1970er-Jahren entwickelte Kraan die Mischung, die ihnen dauerhaft einen Platz in der deutschen Rockgeschichte sicherte. Die Band wurde zunächst dem Krautrock zugerechnet, später stärker dem Fusion-Bereich, wobei sie beide Welten nie schematisch bediente, sondern kreativ verschmolz. Ihre frühen Veröffentlichungen und Auftritte zeigten eine Band, die Komposition, Improvisation und kollektives Zusammenspiel auf hohem Niveau vereinte. Dass Kraan mehrere kleinere Erfolge in den 1970er- und 1980er-Jahren verbuchen konnte, unterstreicht ihre nachhaltige Resonanz weit über die Szene hinaus. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Die Besetzung mit Peter Wolbrandt an der Gitarre, Hellmut Hattler am Bass und Jan Fride am Schlagzeug bildete über Jahrzehnte das kreative Zentrum. Ergänzt wurde dieses Kerntrio zeitweise durch prägende Musiker wie Johannes Pappert, Ingo Bischof, Udo Dahmen und Joo Kraus. Gerade diese Offenheit für wechselnde Besetzungen half der Band, den eigenen Kosmos zu erweitern, ohne den Kern zu verlieren. Kraan blieben nie eine bloße Nostalgie-Formation, sondern eine Band, die ihre künstlerische Entwicklung immer wieder neu definiert hat. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Diskographie: Von den frühen Klassikern bis zu den späten Kapiteln

Die Diskographie von Kraan ist ein eindrucksvolles Dokument deutscher Musikgeschichte. Zu den Studioalben zählen unter anderem Kraan (1972), Wintrup (1973), Andy Nogger (1974), Let It Out (1975), Wiederhören (1977), Flyday (1978), Nachtfahrt (1982), Dancing in the Shade (1989), Soul of Stone (1991), Through (2003), Psychedelic Man (2007), Diamonds (2010), Sandglass (2020), Zoup (2023), Aladin Tapes (2025) und All In (2026). Hinzu kommen wichtige Live-Alben wie Kraan Live, Tournee, Kraan Live 88, Live 2001, The Trio Years und The Trio Years - Zugabe!. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Gerade die jüngeren Veröffentlichungen zeigen, wie konsequent die Band ihre Sprache weiterentwickelt hat. Zoup erschien 2023, Aladin Tapes 2025 und All In am 17. April 2026; das Album wurde von der Band produziert und bei 36music veröffentlicht. Die aktuelle Veröffentlichung verbindet neue Kompositionen mit dem typischen Kraan-Feeling aus federnden Rhythmen, melodischer Klarheit und instrumentaler Interaktion. Dass ein so traditionsreiches Ensemble noch immer frisch und gegenwärtig klingt, gehört zu den stärksten Argumenten für ihre anhaltende Relevanz. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Musikalische Entwicklung: zwischen Jazz, Rock, Funk und einer feinen orientalischen Farbigkeit

Kraan stehen für eine Musiksprache, die sich nie in eine einzige Schublade pressen ließ. Der Bandsound lebt von präzisem Timing, subtilen Dynamikwechseln, melodischer Bassführung und Gitarrenarbeit, die nie nur Effekt, sondern immer auch kompositorisches Denken bleibt. In der frühen Phase prägten orientalische und asiatische Anklänge das Profil mit, später rückten Fusion, Funk und progressive Strukturen stärker in den Vordergrund. Gerade diese Mischung machte Kraan zu einer Band, deren Kompositionen zugleich zugänglich und anspruchsvoll wirken. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Die jüngeren Rezensionen zu All In heben hervor, wie souverän Kraan ihre Virtuosität heute einsetzen. Gelobt werden das eingespielte Zusammenspiel, die reife Gelassenheit und die Fähigkeit, neue Farben in den eigenen Kosmos einzubauen, ohne die Identität zu verwässern. Besonders hervorgehoben wird, dass Martin Kasper als Keyboarder den Sound auf der Bühne und im Studio ergänzt und erweitert. Das zeigt eine Band, die ihre künstlerische Entwicklung nicht als Rückschau versteht, sondern als lebendige Gegenwart. ([music-on-net.de](https://music-on-net.de/kraan-all-in-2026-album-rezension/))

Bühnenpräsenz und kultureller Einfluss: Warum Kraan bis heute wichtig bleiben

Kraan haben ihre Bedeutung nicht nur über Studioproduktionen aufgebaut, sondern vor allem über das Live-Erlebnis. Die Band gilt seit den 1970er-Jahren als kraftvolle Konzertformation, deren lange Instrumentalpassagen, präzise Übergänge und spontane Energie das Publikum in den Bann ziehen. Auch die jüngeren Jahre zeigen, dass Kraan live weiterhin als eigenständige Größe funktionieren und ihre Setlists mit neuem Material lebendig halten. Die Verbindung aus Erfahrung und Spielfreude macht ihren kulturellen Wert aus. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Ihr Einfluss reicht weit über die reine Genrezuordnung hinaus. Kraan haben das deutsche Jazzrock-Verständnis mitgeprägt und bewiesen, dass komplexe Musik nicht kühl oder akademisch klingen muss. Vielmehr entwickelten sie eine Ästhetik des Grooves, in der technische Präzision, Improvisation und musikalische Wärme zusammenfinden. Genau darin liegt ihr Nachhall bis heute: Kraan sind Referenzpunkt für Hörerinnen und Hörer, die progressive Musik mit Seele, Spannung und Tiefgang suchen. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Aktuelle Phase: 55 Jahre Bandgeschichte und ein neues Kapitel mit All In

Die Gegenwart der Band ist bemerkenswert aktiv. Nach Sandglass folgten in kurzer Folge Zoup, Aladin Tapes und schließlich All In, das 2026 erschien und bereits chartrelevant war. In der deutschen Albumtabelle erreichte All In Platz 63, was für eine Band mit einer über fünf Jahrzehnte gewachsenen Karriere ein starkes Signal darstellt. Die aktuelle Phase zeigt Kraan als gereifte, aber keineswegs museale Formation. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Kraan))

Auch die Auftritte im Jahr 2026 unterstreichen diese Lebendigkeit. Berichte über das Ludwigshafener Krautrock-Festival und die Ankündigungen neuer Shows zeigen eine Band, die weiterhin präsent bleibt und ihr Repertoire aktiv in die Zukunft trägt. Dass All In erst kürzlich veröffentlicht wurde und bereits im Kontext neuer Konzerte steht, belegt die anhaltende künstlerische Produktivität von Kraan. Diese Energie macht die Band für Fans von Progressive Rock, Fusion und anspruchsvollem Live-Feeling weiterhin hochattraktiv. ([rocktimes.info](https://www.rocktimes.info/kuenstler/kraan/))

Fazit: Kraan bleiben ein einzigartiger Fixpunkt deutscher Musikgeschichte

Kraan sind spannend, weil sie über Jahrzehnte hinweg nie aufgehört haben, sich zu bewegen. Ihre Musik verbindet musikalische Erfahrung, kompositorische Souveränität und eine Bühnenpräsenz, die aus echter gemeinsamer Praxis erwächst. Wer Kraan hört, erlebt keine bloße Rückschau auf die 1970er, sondern eine Band, die ihren Sound kontinuierlich verfeinert und aktualisiert hat. Genau deshalb lohnt es sich, Kraan live zu erleben: Hier treffen Geschichte, Groove und Gegenwart mit beeindruckender Selbstverständlichkeit aufeinander. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Kraan))

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