Catherine Opie im Fridericianum Kassel: Fotografie als Gesellschaftsporträt


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Catherine Opie im Fridericianum: Bilder, die Erinnerung gegen das Vergessen träumen
Das Fridericianum präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung von Catherine Opie in Deutschland. Über drei Jahrzehnte fotografischer Praxis entfalten sich als intensives Kunsterlebnis: Porträt, Landschaft, Dokumentation – stets präzise komponiert und gesellschaftlich hellwach. Parallel läuft in der National Portrait Gallery London die große Überblicksschau To Be Seen. Diese doppelte Sichtbarkeit schärft den Blick für Opies Bedeutung in der Gegenwartskunst.
Bildsprachen der Identität: Porträt, Gemeinschaft, Selbstverortung
Frühzeitige Porträtserien aus LSBTIQ*-Communities, ikonische Werke wie die mit klarer Frontalsicht inszenierten Brustbilder sowie intime häusliche Szenerien verdichten sich zu Werkbetrachtungen, die Nähe ohne Voyeurismus ermöglichen. Farben, Narben, Leder, Haut – Materialien der Sichtbarkeit. Opies Fotografie verbindet dokumentarische Genauigkeit mit einer bewusst klassizistischen Bildarchitektur.
Landschaften als Resonanzräume
In den Landschaftsserien erscheinen Küstenlinien, Nebelbänke oder urbane Ränder als Projektionsflächen für Hoffnungen, Traumata und gesellschaftliche Bruchstellen. Die Ausstellungsatmosphäre im lichten Rund der Rotunde und in den klar gegliederten Sälen des Fridericianums lässt die Raumwirkung der großformatigen Abzüge eindrücklich spürbar werden.
Politische Topografien: Bewegung und Zeugnis
Von Black Lives Matter bis zu Protestmärschen der Trump-Ära untersucht Opie, wie sich Öffentlichkeit in Körpern und Bildern formt. Ihre sozial orientierte Fotografie aktualisiert Traditionen des 20. Jahrhunderts und führt sie – mit empathischer Kuratierung – in eine Bildethik der Gegenwart.
Kuratierung und Architektur im Dialog
Die Schau wurde eigens für das Fridericianum konzipiert. Die historische Architektur kontert Opies präzise Hängung mit axialen Blickachsen und ruhigen Zonen der Werkbetrachtung. Lichtführungen und Wandabstände akzentuieren Oberflächen, Stofflichkeiten und die dichte Psychologie der Porträts.
Vermittlung: Führungen, Bildung, Zugänglichkeit
Öffentliche Führungen sind regelmäßig im Programm; die Kosten sind im Eintritt enthalten. Workshops für Gruppen und Schulen vertiefen kunsthistorische Kontexte, Bildanalyse und fotografische Verfahren. Barrierefreie Zugänge, Aufzüge und barrierefreie Sanitärbereiche unterstützen eine entspannte, inklusive Ästhetische Erfahrung.
Praktische Hinweise
Öffnungszeiten Di–So 11–18 Uhr, Do bis 20 Uhr. Standardticket 6 Euro, ermäßigt 4 Euro; mittwochs freier Eintritt. Anfahrt via KVG Tram bis Haltestelle Friedrichsplatz; Parkhaus Friedrichsplatz in unmittelbarer Nähe.
Fazit: Catherine Opies Werk lädt zu einer intensiven, respektvollen Begegnung mit Sichtbarkeit, Gemeinschaft und Erinnerung ein. Wer Fotografie als Gegenwartskunst erleben will, findet hier eine must-see Ausstellung – präzise, poetisch, gesellschaftlich relevant. Besuchen Sie die Schau und lassen Sie die Bilder im eigenen Blick weiterarbeiten.
Offizielle Kanäle von Catherine Opie:
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