HOSTLESS im Fridericianum: Mohammed Samis Malerei macht Räume zu Erinnerungsbildern


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HOSTLESS: Wenn Räume Erinnerungen bewahren
Mit HOSTLESS präsentiert das Fridericianum Kassel vom 3. Oktober 2026 bis 3. Januar 2027 die erste institutionelle Ausstellung von Mohammed Sami in Deutschland. Im Zentrum stehen neue Gemälde, in denen Innenräume zu psychologisch aufgeladenen Schauplätzen werden: vertraut und zugleich beunruhigend, still und voller unausgesprochener Geschichte.
Innenräume als seelische Landschaften
Mohammed Sami malt keine neutralen Architekturstudien. Seine Räume besitzen eine körperliche Präsenz. Wände, Türen, Möbel und einzelne Gegenstände erscheinen als schwebende Bedeutungsträger, die auf etwas Abwesendes verweisen. Die Malerei öffnet damit einen Zwischenraum zwischen sichtbarer Wirklichkeit und Erinnerung.
In der Ausstellungsatmosphäre des Fridericianum entfalten die Bilder eine eigentümliche Spannung. Das Licht wirkt gedämpft, die Raumwirkung ambivalent. Formen scheinen sich zu verfestigen und im selben Moment wieder zu entziehen. Die Ästhetische Erfahrung entsteht aus diesem Wechsel zwischen Erkennbarkeit und Ungewissheit.
Das Unheimliche im Alltäglichen
Die Gemälde von Mohammed Sami kreisen um Erinnerungsprozesse, mentale Vorgänge und die Frage, wie Malerei das Ungemalte erfassen kann. Räume werden zu gespenstischen Behältnissen für Erlebnisse, deren Bedeutung sich nicht eindeutig benennen lässt. Hinweise auf mögliche Gewalt oder belastende Vergangenheit erscheinen nicht als lauter Schock, sondern als leise, beharrliche Irritation.
Gerade diese Zurückhaltung prägt die Kunstrichtung und die Wirkung der Werkserie. Das Grauen wird nicht spektakulär inszeniert. Es bleibt als Möglichkeit im Bild bestehen und fordert die Werkbetrachtung heraus. Betrachtende bewegen sich zwischen persönlicher Erinnerung, kunsthistorischer Deutung und sinnlicher Wahrnehmung.
Malerei zwischen Erinnerung und Abstraktion
Samis Bildsprache verbindet gegenständliche Malerei mit Momenten der Abstraktion. Gegenstände verlieren ihre eindeutige Funktion und werden zu Zeichen. Die dargestellten Interieurs erscheinen konkret, bleiben in ihrer Bedeutung jedoch offen. Dadurch entsteht eine Spannung zwischen materieller Oberfläche, erzählerischer Leerstelle und psychischer Tiefe.
Die Kuratierung im Fridericianum macht diese Ambivalenz unmittelbar erfahrbar. Große Leinwände treten in einen intensiven Dialog mit den Museumsräumen. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Gent und dem Moderna Museet Malmö realisiert. Beide Institutionen werden Mohammed Samis Werk in den Jahren 2027 und 2028 ebenfalls präsentieren.
Kunstvermittlung für Kinder und Erwachsene
Zur Eröffnung am 2. Oktober 2026 lädt das Fridericianum von 17:30 bis 19:00 Uhr zu einer Kindervernissage für Kinder von 6 bis 12 Jahren und ihre erwachsenen Begleitpersonen ein. Mit Impulskarten erkunden junge Besucherinnen und Besucher geheimnisvolle, verlassene Orte in Samis Bildern. In der Studiowerkstatt übersetzen sie persönliche Erinnerungen anschließend in eigene Kunstwerke. Die offizielle Ausstellungseröffnung beginnt um 19:00 Uhr.
Fazit: Ein Kunsterlebnis zwischen Nähe und Unruhe
HOSTLESS erwartet Kunstinteressierte mit einer eindringlichen Ausstellung über Räume, Erinnerung und die Grenzen des Darstellbaren. Mohammed Samis Malerei verlangt keine eindeutige Lösung, sondern eine aufmerksame Begegnung. Wer zeitgenössische Malerei, psychologische Bildräume und kulturelle Bildung in besonderer Verbindung erleben möchte, findet im Fridericianum ein außergewöhnliches Kunsterlebnis. Ein Besuch eröffnet eine ästhetische Erfahrung, die lange nachwirkt.
Offizielle Kanäle von Mohammed Sami:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://fridericianum.org/de/ausstellungen/mohammed-sami/










