LICHT BERÜHRT im Palais Bellevue: Licht, Papier und Sprache erleben

Event: LICHT BERÜHRT in Palais Bellevue - Salon, Schöne Aussicht 2, 34117 Kassel on 16. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

16. Oktober 2026 10:00 Uhr

Künstler

Veranstaltungsort

Kassel
Kassel, Deutschland

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Kostenlos

Über diese Veranstaltung

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Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

LICHT BERÜHRT: Wenn Papier im Palais Bellevue zu leuchten beginnt

Barbara Beisinghoffs Ausstellung LICHT BERÜHRT verwandelt das Palais Bellevue in Kassel in einen poetischen Resonanzraum aus Licht, Papier und Sprache. Zarte, handgeschöpfte Wasserzeichenpapiere treten vor den historischen Fenstern in einen stillen Dialog mit dem Tageslicht. Erst im Gegenlicht werden filigrane Zeichen, Worte und Bildräume sichtbar.

Eine ästhetische Erfahrung zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem

Die Ausstellung führt barrierefrei durch drei Stockwerke des Palais Bellevue. Das historische Gebäude wird Teil der Installation: Fenster, Raumachsen, Schatten und Materialität verbinden sich zu einer fein komponierten Ausstellungsatmosphäre. Das wechselnde Licht verändert die Wirkung der Papierarbeiten und macht jede Werkbetrachtung zu einem bewegten Kunsterlebnis.

Im Sohar, dem Buch des Glanzes, gilt der erste Lichtfunke zugleich als erstes Wort. Diese Verbindung von Licht und Sprache bildet einen poetischen Ausgangspunkt der Ausstellung. Papier erscheint bei Barbara Beisinghoff nicht als bloßer Bildträger, sondern als eigenständiges Medium für Wahrnehmung, Erinnerung und Bedeutung.

Wasserzeichen, Literatur und Raumwirkung

Im ersten Stock verbindet eine Blickachse das ockerfarbige Wasserzeichen im Kaminzimmer mit dem weißen Werk Light of the eye and of the mind im gegenüberliegenden Raum. Die zurückhaltende Farbigkeit entwickelt im Tageslicht eine eindringliche Raumwirkung und lenkt den Blick auf die feinen Übergänge zwischen Fläche, Transparenz und Immaterialität.

Im zweiten Stock begegnen den Besucherinnen und Besuchern Wasserzeichen-Worte aus Christa Wolfs Kassandra. Im Astronomieraum greifen weitere Wasserzeichenbilder die historische Nutzung des Palais Bellevue auf, das Landgraf Karl 1714 für astronomische Studien errichten ließ. Eine Vitrine zeigt das Künstlerbuch Kupferstiche bewohnen aus Gaston Bachelards Poetik des Raums sowie ein weißes Blatt mit Worten eines Gedichts von Marina Zwetajewa, geschrieben mit Wasserstrahl.

Barbara Beisinghoff und die Kunst des Papiers

Barbara Beisinghoff arbeitet an der Schnittstelle von Grafik, Papierkunst, Künstlerbuch und raumbezogener Installation. Ihr Werk umfasst Farbradierungen, handgeschöpfte Papiere, Wasserzeichen und öffentliche Kunstprojekte. Linien, Fasern, eingeschöpfte Texte und Lichtzeichen machen das Material selbst zum Träger poetischer und philosophischer Bedeutung.

Unter dem Gewölbebogen der Bibliothek drehen sich langsam drei Ebenen von Wasserzeichen übereinander. Licht wandert über die Papierflächen, Formen verschieben sich, Schrift taucht auf und verschwindet wieder. Diese konzentrierte Installation macht die ästhetische Erfahrung körperlich spürbar und öffnet einen stillen Dialog zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Gespräche, Lesungen und ein Leporello-Workshop vertiefen die kulturelle Bildung rund um die Ausstellung. Am 25. Oktober findet von 14 bis 17 Uhr ein Leporello-Workshop mit Susanne Mihm-Lutz statt; die Teilnahme erfolgt nach Anmeldung. Am 15. November lesen Marcus Angebauer und Heiko Schimmelpfeng unter dem Titel Die Welt im Fenster Prosa und Briefe von Rosa Luxemburg bis James Salter. Am 29. November folgt ein Gespräch mit Brigitte Zypries, Bundesministerin a. D.

Fazit: Ein stilles Kunsterlebnis mit großer Strahlkraft

LICHT BERÜHRT erwartet Kunstinteressierte als sinnliche Werkbetrachtung zwischen Licht, Papier, Literatur und historischer Architektur. Die Ausstellung zeigt, wie aus filigranen Wasserzeichen ein bewegter Bildraum entsteht. Wer die Nuancen zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem erleben und das Palais Bellevue aus einer neuen Perspektive entdecken möchte, sollte diese Ausstellung unbedingt live besuchen.

Offizielle Kanäle von Barbara Beisinghoff:

Quellen:

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