LICHT BERÜHRT im Palais Bellevue: Licht, Papier und Sprache erleben

Event: LICHT BERÜHRT in Palais Bellevue - Salon, Schöne Aussicht 2, 34117 Kassel on 25. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

25. Oktober 2026 10:00 Uhr

Künstler

Veranstaltungsort

Kassel
Kassel, Deutschland

Tickets

Kostenlos

Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

LICHT BERÜHRT: Wenn Papier im Gegenlicht zu leuchten beginnt

Im Palais Bellevue in Kassel entfaltet Barbara Beisinghoff ein stilles, poetisches Kunsterlebnis zwischen Licht, Papier, Sprache und historischer Architektur. Zarte handgeschöpfte Wasserzeichenpapiere treten vor den Fenstern in einen intensiven Dialog mit dem Außenraum. Erst das wechselnde Gegenlicht macht filigrane Zeichen, Wörter und Bildräume sichtbar.

Eine Ausstellung zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem

Die Ausstellung führt barrierefrei durch drei Stockwerke des Palais Bellevue. Das historische Gebäude, dessen zahlreiche Fenster einst den astronomischen Studien Landgraf Karls dienten, wird selbst zum Bestandteil der Kuratierung. Licht erscheint hier nicht als bloße Beleuchtung, sondern als bewegtes bildnerisches Material.

Im Erdgeschoss begegnen den Besucherinnen und Besuchern Wasserzeichen mit dem Begriff Reschit. Im Sohar, dem Buch des Glanzes, bezeichnet dieser erste Lichtfunke zugleich das erste Wort. Die Werkbetrachtung verbindet damit visuelle Wahrnehmung, religiöse Überlieferung und die kulturelle Geschichte der Schrift.

Wasserzeichen als fragile Bildräume

Im ersten Stock entsteht eine Blickachse zwischen einem ockerfarbigen Wasserzeichen im Kaminzimmer und dem weißen Werk Light of the eye and of the mind. Farbe, Transparenz und Raumwirkung verändern sich mit dem Tageslicht. Die Papierarbeiten öffnen den Innenraum zur Umgebung und lassen die Grenze zwischen Bildfläche und Architektur durchlässig werden.

Im zweiten Stock greifen weitere Wasserzeichen Worte aus Christa Wolfs Kassandra auf. Im Astronomieraum erscheinen Arbeiten mit Textbezügen zu Georg Christoph Lichtenberg. Eine Vitrine ergänzt die Installation mit dem Buch Kupferstiche bewohnen aus Gaston Bachelards Poetik des Raums sowie einem weißen Blatt, auf dem Worte eines Gedichts von Marina Zwetajewa mit Wasserstrahl geschrieben sind.

Barbara Beisinghoff: Papier, Druckgrafik und Installation

Barbara Beisinghoffs künstlerische Praxis verbindet handgeschöpfte Papiere, Wasserzeichen, Radierung, Künstlerbuch und Installation. Papier wird dabei nicht zum neutralen Bildträger, sondern zum eigenständigen Medium: Es speichert Spuren, lässt Licht hindurch und macht Beziehungen zwischen Material, Sprache, Erinnerung und Bewusstsein erfahrbar.

Unter dem Gewölbebogen der Bibliothek drehen sich langsam drei Ebenen von Wasserzeichen übereinander. Diese kinetische Installation übersetzt die ästhetische Erfahrung von Bewegung in eine beinahe meditative Form. Formen und Schriftzeichen erscheinen, verblassen und kehren mit veränderter Intensität zurück.

Kulturelle Bildung und Begleitprogramm

Ein gedruckter Rundgang-Flyer begleitet die Ausstellung durch die Räume des Palais Bellevue. Das Begleitprogramm vertieft die Werkbetrachtung durch Gespräche, Lesungen und einen Leporello-Workshop. Am 25. Oktober findet von 14 bis 17 Uhr ein Workshop mit Susanne Mihm-Lutz statt; die Teilnahme erfolgt nach Anmeldung unter mihmlutz@uni-kassel.de.

Weitere Veranstaltungen sind ein Gespräch mit der Kunsthistorikerin Susanne Jakubzcyk, die Lesung Die Welt im Fenster mit Prosa und Briefen von Rosa Luxemburg bis James Salter sowie ein Gespräch mit Brigitte Zypries, Bundesministerin a. D. Auf diese Weise verbindet die Ausstellung bildende Kunst mit Literatur, Kunstgeschichte und gesellschaftlicher Reflexion.

Fazit: Ein leises Kunsterlebnis mit großer Strahlkraft

LICHT BERÜHRT lädt dazu ein, genauer hinzusehen und die filigranen Nuancen zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem wahrzunehmen. Besucherinnen und Besucher erwartet eine konzentrierte Ausstellungsatmosphäre aus Licht, Papier, Sprache und Raum. Wer eine poetische Installation, kunsthistorisch anregende Werkbetrachtung und eine nachhaltige ästhetische Erfahrung sucht, sollte diese Ausstellung im Palais Bellevue unbedingt live erleben.

Offizielle Kanäle von Barbara Beisinghoff:

  • Website: https://www.beisinghoff.de/
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  • YouTube: kein offizielles Profil gefunden

Quellen:

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