HOSTLESS im Fridericianum: Mohammed Samis Räume der Erinnerung

Event: Mohammed Sami: HOSTLESS in Fridericianum, Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel on 3. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

3. Oktober 2026 11:00 Uhr

Veranstaltungsort

Kassel
Kassel, Deutschland

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Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Mohammed Sami: HOSTLESS – Räume voller Erinnerung im Fridericianum

Mit HOSTLESS zeigt das Fridericianum in Kassel ab dem 3. Oktober 2026 die erste institutionelle Ausstellung von Mohammed Sami in Deutschland. Im Zentrum stehen elf monumentale Gemälde, die Innenräume als psychologische Orte der Erinnerung erfahrbar machen. Die Ausstellung lädt zu einer konzentrierten Werkbetrachtung ein, in der Architektur, Abwesenheit und Vergangenheit untrennbar miteinander verbunden erscheinen.

Innenräume zwischen Malerei und Erinnerung

Mohammed Sami, 1984 in Bagdad geboren und in London lebend, entwickelt in seiner neuen Werkserie eine Malerei der stillen Beunruhigung. Seine Räume wirken zunächst wie Interieurs oder Architekturstudien, entfalten jedoch rasch eine eigenständige emotionale und körperliche Präsenz. Türen, Möbel, Wände und verstreute Gegenstände werden zu Bedeutungsträgern, deren konkrete Funktion sich einer eindeutigen Lesart entzieht.

Die Gemälde bewahren Spuren von Ereignissen, ohne diese vollständig zu erzählen. In der Ausstellungsatmosphäre entsteht dadurch ein Schwebezustand: Etwas scheint geschehen zu sein, doch die Bilder verweigern die direkte Darstellung des Schreckens. Sami arbeitet mit Andeutung, Leerstellen und einer präzise gesetzten Unruhe, die sich langsam auf die Betrachtenden überträgt.

Die Ästhetik des Abwesenden

Die großformatige Malerei von HOSTLESS verwandelt das Fridericianum in ein Gefüge aus psychologischen Räumen. Die Abwesenheit menschlicher Figuren wird zum zentralen Motiv. Was bleibt, sind Räume, Materialien und Gegenstände – stumme Zeugen einer Vergangenheit, die sich nicht vollständig benennen lässt.

Samis Kunstrichtung verbindet figurative Malerei mit einer atmosphärischen, beinahe traumartigen Bildsprache. Abstraktion gerät ins Stocken, während vertraute Formen ihre Sicherheit verlieren. Farben, Raumkanten und Oberflächen erzeugen eine Spannung zwischen Wiedererkennbarkeit und Entfremdung. Das Kunsterlebnis lebt dabei nicht von einer lauten Inszenierung, sondern von der langsamen Verdichtung visueller Hinweise.

Kunsthistorische Einordnung und Kuratierung

Die Ausstellung untersucht, wie Malerei Erinnerungsprozesse sichtbar machen kann. Das Gemälde erscheint als Index des Abwesenden, Zurückgehaltenen und jenseits direkter Darstellung Liegenden. Damit knüpft Mohammed Sami an zentrale Fragen der zeitgenössischen Malerei an: Wie lassen sich traumatische Erfahrungen darstellen, ohne sie zu vereinfachen? Welche Rolle spielen Räume bei der Speicherung persönlicher und kollektiver Erinnerung?

HOSTLESS entsteht in Kooperation mit dem Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Gent und dem Moderna Museet Malmö. Die institutionelle Zusammenarbeit unterstreicht die internationale Bedeutung von Samis Malerei und eröffnet zugleich Perspektiven für kulturelle Bildung, Gespräche über Erinnerung sowie eine vertiefte ästhetische Erfahrung.

Kunstvermittlung für junge Besucherinnen und Besucher

Bereits zur Eröffnung am 2. Oktober 2026 findet von 17:30 bis 19:00 Uhr eine Kindervernissage statt. Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren erkunden die Ausstellung gemeinsam mit dem Kunstvermittlungsteam und setzen sich anschließend in der Studiowerkstatt kreativ mit persönlichen Erinnerungen auseinander. Die Teilnahme ist kostenfrei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kinder besuchen die Veranstaltung in Begleitung erwachsener Personen.

Fazit: Ein stilles, eindringliches Kunsterlebnis

Mohammed Samis HOSTLESS erwartet die Besucherinnen und Besucher mit einer Malerei, die Räume nicht nur abbildet, sondern als Träger von Erinnerung, Verlust und unausgesprochenen Geschichten erfahrbar macht. Die Ausstellung fordert keine schnelle Interpretation, sondern eine offene Werkbetrachtung. Wer sich auf die leisen Verschiebungen von Licht, Form, Materialität und Raumwirkung einlässt, erlebt im Fridericianum eine eindringliche Begegnung mit zeitgenössischer Kunst. Ein Besuch bereichert die kulturelle Bildung und eröffnet eine nachhaltige ästhetische Erfahrung.

Offizielle Kanäle von Mohammed Sami:

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Quellen:

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