Öffentliche Führung im Museum für Sepulkralkultur: Timm Ulrichs in Kassel erleben


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Ein Abend für die Konzeptkunst und das Denken über das Ende
Im Museum für Sepulkralkultur in Kassel rückt eine öffentliche Führung das Werk von Timm Ulrichs in den Mittelpunkt. Anlass ist sein Tod Anfang Mai 2026. Gezeigt und erläutert wird ein künstlerisches Werk, das wie kaum ein anderes die Grenzen zwischen Skulptur, Performance, Konzeptkunst und existenzieller Selbstbefragung auslotet.
Timm Ulrichs als Totalkünstler
Timm Ulrichs, 1941 geboren, zählt zu den prägenden Figuren der deutschen Konzeptkunst. Sein Werk verbindet multimediale Strategien mit performativer Zuspitzung. Ulrichs inszenierte Kunst nicht als bloßes Objekt, sondern als Denkraum: als Haltung, als Provokation, als präzise Untersuchung von Wahrnehmung, Körper und Vergänglichkeit.
Berühmt wurden Arbeiten und Aktionen, in denen der Künstler sein eigenes Endlichkeitsbewusstsein sichtbar machte. Dazu gehören spektakuläre Selbstversuche, aber auch eine konsequente künstlerische Selbstverortung. Die Führung eröffnet damit nicht nur einen Blick auf ein einzelnes Grabzeichen, sondern auf ein Gesamtwerk, das in der Kunstgeschichte zwischen Dada, Konzeptkunst und Performancesprache verankert ist.
Das Kopfstehende Hohlkörper-Denkmal II
Im Zentrum steht das Kopfstehende Hohlkörper-Denkmal II, eines der ersten Grabzeichen der Künstlernekropole am Blauen See bei Kassel. Der Körperabguss aus Bronze ist kopfüber eingegraben; der Blick fällt durch die Fußsohlen in das Innere der Figur. So entsteht ein Bild von Leere und Präsenz zugleich. Die Hülle bewahrt den Raum, den der Körper einst besetzt hat, und verwandelt ihn in ein Denkmal von stiller, radikaler Konsequenz.
Gerade in der Atmosphäre des Museums für Sepulkralkultur gewinnt dieses Werk besondere Intensität. Es verbindet Grabmal, Skulptur und Erinnerungskultur zu einer ästhetischen Erfahrung, die lange nachwirkt. Wer sich auf die Führung einlässt, erlebt Kunstgeschichte nicht abstrakt, sondern räumlich, körpernah und sinnlich verdichtet.
Das Museum als Ort der Vermittlung
Das Museum für Sepulkralkultur versteht sich als kulturhistorische und wissenschaftlich arbeitende Institution mit besonderem Blick auf Sterben, Trauer, Gedenken und Totenkultur. Die Dauerausstellung führt durch die Entwicklung der Grabmalkultur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Ergänzende Vermittlungsangebote, Führungen und Bildungsprogramme machen das Haus zu einem Ort, an dem kulturelle Bildung und Werkbetrachtung eng zusammengehen.
Auch organisatorisch bietet das Museum gute Voraussetzungen für den Besuch: Die Ausstellung ist barrierearm zugänglich, ein Fahrstuhl erschließt alle Ebenen, und die regulären Museumsinformationen sprechen klar für einen gut planbaren Besuch in Kassel.
Fazit
Diese Führung ist mehr als ein Gedenktermin. Sie lädt dazu ein, Timm Ulrichs als einen der wichtigsten deutschen Konzept- und Aktionskünstler neu zu sehen und sein Werk im Dialog mit der Sepulkralkultur zu erleben. Wer Kunst mit geistiger Tiefe, sprachlicher Präzision und räumlicher Spannung sucht, sollte diesen Abend in Kassel nicht verpassen.
Offizielle Kanäle von Museum für Sepulkralkultur:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.sepulkralmuseum.de/
Quellen:
- Museum für Sepulkralkultur - Öffentliche Führung im Gedenken an Timm Ulrichs
- Museum für Sepulkralkultur - Besuch, Eintrittspreise, Führungen, Anreise und Barrierearmut
- Museum für Sepulkralkultur - Startseite
- Museum für Sepulkralkultur - Dauerausstellung
- LWL-Museum für Kunst und Kultur - Timm Ulrichs
- documenta - Timm Ulrichs 1940-2026










