Resonanzräume in der Neuen Galerie Kassel: Erinnerung als zeitgenössische Kunst erleben

Event: Resonanzräume in Neue Galerie, Schöne Aussicht 1, 34117 Kassel on 26. September 2026

Datum und Uhrzeit

26. September 2026 10:00 Uhr

Veranstaltungsort

Kassel
Kassel, Deutschland

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Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Resonanzräume: Erinnerung wird in der Neuen Galerie Kassel zur raumgreifenden Kunst

Zum 50-jährigen Jubiläum der Neuen Galerie lädt die Ausstellung Resonanzräume zu einer vielschichtigen Werkbetrachtung über Geschichte, Erinnerung und die Entwicklung der zeitgenössischen Sammlung ein. Großformatige Installationen, Filme und Objekte entfalten eine intensive Ausstellungsatmosphäre, in der persönliche Erfahrungen und kollektive Gedächtnisbilder miteinander in Resonanz treten.

Eine Sammlung im Spannungsfeld von documenta und Gegenwartskunst

Die 1976 eröffnete Neue Galerie verbindet die städtischen und staatlichen Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Ihr documenta-Bezug öffnete die Institution früh für internationale Positionen und neue Medien. Resonanzräume macht sichtbar, wie sich diese kuratorische Haltung durch bedeutende Neuerwerbungen der vergangenen Jahre fortsetzt.

Die Ausstellung führt durch ein Netzwerk aus historischen Spuren, Archivmaterial und individuellen Erfahrungsräumen. Nicht das einzelne Werk allein steht im Mittelpunkt, sondern sein Verhältnis zu Raum, Zeit und Erinnerung. Dadurch entsteht ein Kunsterlebnis, das Wahrnehmung ebenso anspricht wie kunsthistorische Reflexion.

Erinnerung als gemeinschaftlicher Prozess

Pınar Öğrencis Film Aşît thematisiert kollaboratives Erinnern und setzt Prozesse kollektiver Gedächtnisbildung in Bewegung. Das filmische Medium erscheint dabei nicht als bloße Dokumentation, sondern als lebendiger Erinnerungsraum, in dem Stimmen, Bilder und Erfahrungen ineinandergreifen.

Jürgen O. Olbrich richtet den Blick auf weggeworfene Fotografien. Sein über Jahre gewachsenes Archiv macht aus scheinbar beiläufigem Bildmaterial ein kulturgeschichtliches Gedächtnis. Die thematisch geordneten Alben verbinden Alltagsbeobachtung, Zufall und Archivpraxis und stellen die Frage, welche Bilder bewahrt werden und warum.

Psychologische Ordnung und persönliche Wahrnehmung

Michal Heiman untersucht in ihren Arbeiten die Strukturen psychologischer Tests. Ihre künstlerische Analyse hinterfragt scheinbar objektive Verfahren und zeigt, wie stark Wahrnehmung durch biografische Erfahrungen, gesellschaftliche Normen und institutionelle Ordnungssysteme geprägt wird.

Die Werkbetrachtung erhält dadurch eine dialogische Dimension: Besucherinnen und Besucher begegnen nicht nur einer Installation oder einem Bild, sondern auch den eigenen Erwartungen an Interpretation, Erinnerung und Identität. Diese ästhetische Erfahrung verbindet kunsthistorisches Fachwissen mit unmittelbarer Selbstreflexion.

Zeit, Licht und die Spuren der Bilder

Ute Lindners Belichtungszeiten lenken die Aufmerksamkeit auf Zeitverläufe und Bildtraditionen. Materialien und Oberflächen bewahren Spuren früherer Präsentationen und machen sichtbar, wie Ausstellungsräume selbst zu Trägern von Geschichte werden. Licht, Farbe und textile Strukturen erzeugen eine stille, zugleich körperlich erfahrbare Raumwirkung.

In dieser Verbindung von Fotografie, Installation und Materialforschung zeigt sich die besondere Qualität der Ausstellung: Vergangenheit erscheint nicht abgeschlossen, sondern lagert sich in Bildern, Dingen und Räumen weiter ab.

Kulturelle Bildung und Angebote für Schulklassen

Hessen Kassel Heritage ergänzt die Ausstellung durch museumspädagogische Angebote. Für Schulklassen sind unter anderem Führungen und Workshops vorgesehen, die eine aktive Auseinandersetzung mit Erinnerung, Bildmaterial und künstlerischen Techniken ermöglichen. So wird die Ausstellung zu einem Ort kultureller Bildung, an dem Sehen, Fragen und eigenes Gestalten zusammenfinden.

Fazit: Ein Kunsterlebnis zwischen Archiv, Film und Installation

Resonanzräume erwartet Kunstinteressierte mit einer konzentrierten Auswahl zeitgenössischer Neuerwerbungen, die Geschichte nicht illustrieren, sondern sinnlich und kritisch erfahrbar machen. Die Ausstellung verbindet documenta-Kontext, Medienkunst, Installation und Archiv zu einer eindringlichen ästhetischen Erfahrung. Wer erleben möchte, wie Erinnerungen Räume formen und Kunst neue Perspektiven auf Vergangenheit eröffnet, sollte diese Ausstellung in der Neuen Galerie Kassel unbedingt live besuchen.

Offizielle Kanäle von Hessen Kassel Heritage:

Quellen:

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