State of Ausstellung in Kassel: Das Ausstellen selbst wird zur Kunst


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State of Ausstellung: Wenn das Ausstellen selbst zum Gegenstand der Kunst wird
Was geschieht, wenn nicht nur Kunstwerke, sondern auch ihre Präsentation, Auswahl und Vermittlung zum Thema einer Ausstellung werden? State of Ausstellung untersucht das Ausstellen als Prozess, künstlerische Praxis und Forschungsgegenstand. Die Ausstellung in der Ausstellungshalle der Kunsthochschule Kassel verbindet studentische Arbeiten, historische Referenzen und kuratorische Reflexion zu einem aufmerksamen Kunsterlebnis.
Ausstellen als künstlerische Praxis
Im Zentrum stehen neue Arbeiten von Studierenden verschiedener Fachgebiete des Studiengangs Bildende Kunst. Sie wurden eigens zum Thema Ausstellen entwickelt und richten den Blick auf Raum, Auswahl, Kontext und institutionelle Rahmenbedingungen. Die Präsentation macht sichtbar, wie Blickachsen, Materialien, Licht und Ordnung die Wahrnehmung von Kunst prägen.
Historische Positionen und visuelle Forschung
Eine besondere kunsthistorische Referenz bildet Marcel Duchamps legendäre Boîte-en-valise. Das mobile Museum im Museum stellt Fragen nach Original, Reproduktion, Sammlung und Autorenschaft. Ergänzt wird diese Position durch ausgewählte Videos aus Helke Bayrles Reihe Portikus under construction, die institutionelle Räume und ihre Veränderung als visuelles Ereignis erfahrbar machen.
Kuratierung als Werkbetrachtung
Ein Interview mit Felix Vogel bildet einen gedanklichen Ausgangspunkt der Ausstellung. Nicht eine endgültige Definition der Ausstellung steht im Vordergrund, sondern das Ausstellen an sich. Eine historische Timeline zu verschiedenen Versuchen, maßgebliche Ausstellungen und Sammlungen zu dokumentieren, sowie weitere visuelle Kommentare erweitern die Präsentation um eine forschende Ebene.
Das Projekt von Martin Schmidl und Defne Kizilöz versteht sich als Beitrag zu einem sich formierenden Cluster für Ausstellungsstudien in Kassel. Im Umfeld des documenta-Instituts gewinnt dieses Feld zunehmend an Bedeutung. Die Ausstellungshalle der Kunsthochschule dient dabei als freies Test- und Experimentierfeld für künstlerische Forschung, kulturelle Bildung und kuratorische Praxis.
Beteiligte Künstlerinnen und Künstler
Zu sehen sind Positionen von Helke Bayrle, Linda Deuse, Marcel Duchamp, Nele Karnebogen, Nikolaj Lölke, Mani Lotfi, Paul Mayer, Marlon Meng und Pia Sispela, auch bekannt als PMS. Die unterschiedlichen Arbeiten führen durch Fragen der Sammlung, Präsentation, Autorenschaft und visuellen Vermittlung.
Eröffnung und Besuch
Die Eröffnung findet am 21. Oktober 2026 um 18 Uhr statt. Es sprechen Martin Schmidl und Defne Kizilöz. Die Ausstellung läuft vom 22. Oktober bis zum 22. November 2026 und ist donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.
Fazit: Eine ästhetische Erfahrung über den Blick auf die Ausstellung
State of Ausstellung erwartet Kunstinteressierte mit einer konzentrierten Verbindung aus studentischer Forschung, historischen Referenzen, Video, Installation und kuratorischer Selbstbefragung. Wer Kunst nicht nur betrachten, sondern auch die Bedingungen ihres Zeigens verstehen möchte, erlebt hier eine anregende Werkbetrachtung und kulturelle Bildung. Die Ausstellung lohnt den Besuch vor Ort, weil sie den vertrauten Museumsblick öffnet und das Ausstellen selbst als lebendigen Denk- und Erfahrungsraum sichtbar macht.
Offizielle Kanäle von Ausstellungshalle Kunsthochschule Kassel:
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