trotzdem da! in der Gedenkstätte Breitenau: Geschichte, die sichtbar bleibt

Event: trotzdem da! – Kinder aus verbotenen Beziehungen in Gedenkstätte Breitenau, Brückenstraße 12, 34302 Guxhagen on 1. September 2026

Datum und Uhrzeit

1. September 2026 09:00 Uhr

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Eine Ausstellung über verdrängte Biografien, Erinnerung und das Recht auf Sichtbarkeit

Mit „trotzdem da!“ öffnet die Gedenkstätte Breitenau in Guxhagen einen Raum für eine lange übersehene Geschichte: Kinder, die aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen hervorgingen. Die Wanderausstellung macht persönliche Erinnerungen, Dokumente und Fotografien sichtbar und verknüpft individuelle Lebenswege mit der NS-Verfolgung, dem Stigma nach 1945 und der Frage, wie Erinnerungskultur heute Verantwortung übernimmt.

Erinnerung als Kunsterlebnis im Raum der Gedenkstätte

Die Ausstellung entfaltet ihre Wirkung nicht über dekorative Inszenierung, sondern über Konzentration, Sprache und historische Präzision. Gerade darin liegt ihre Kraft: In der Ausstellungsatmosphäre von Breitenau treffen biografische Zeugnisse auf den historischen Ort, an dem während der NS-Zeit das frühe Konzentrationslager und später das Arbeitserziehungslager verankert waren. So entsteht eine Werkbetrachtung im erweiterten Sinn – eine ästhetische Erfahrung, die nicht distanziert, sondern in die Geschichte hineinführt.

Biografien, die gegen das Schweigen anarbeiten

Ausgangspunkt des Projekts waren mehr als 20 Zeitzeug:innen, deren Erinnerungen die Grundlage für die Ausstellung bildeten. Ihre Geschichten zeigen, wie eng private Beziehungen, soziale Ausgrenzung und staatliche Gewalt im Nationalsozialismus miteinander verwoben waren. Die Ausstellung macht deutlich, dass die Folgen nicht mit 1945 endeten: Viele der betroffenen Frauen und Kinder erfuhren weiterhin Diskriminierung, insbesondere in ländlichen Regionen. Für kunst- und geschichtsinteressierte Besucherinnen und Besucher liegt hier der zentrale Bildungswert: Erinnerung wird als lebendiger Prozess erfahrbar.

Historischer Ort, politische Bildung, Gegenwartsbezug

Breitenau ist mehr als ein Ausstellungsort. Die Gedenkstätte erinnert an einen historischen Ort, der seit 1984 als Lernort gegen das Vergessen wirkt. Das Kooperationsprojekt mit dem Geschichtsort Adlerwerke in Frankfurt am Main verknüpft regionale Erinnerung mit überregionaler Forschung zu Zwangsarbeit, Verfolgung und Nachgeschichte. Begleitende Vorträge, Rundgänge und pädagogische Formate vertiefen den Zugang und stärken die kulturelle Bildung mit klarer historischer Einordnung.

Rahmenprogramm mit Führungen und Vorträgen

Zur Ausstellung gehören mehrere Termine mit Ausstellungsrundgängen und Vorträgen, darunter die Eröffnung mit Vortrag von Dr. Katherine Lukat sowie thematische Veranstaltungen zu verbotenem Umgang, NS-Zwangsarbeit und Stadtrundgängen in Kassel. Damit wird „trotzdem da!“ zu einem Ort des Dialogs: nicht nur zum Sehen, sondern zum Verstehen, Nachfragen und Weiterdenken.

Besuchsinformationen für einen konzentrierten Ausstellungsbesuch

Die Gedenkstätte Breitenau öffnet dienstags bis freitags von 9 bis 16 Uhr sowie sonntags von 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos, um Spenden wird gebeten. Aufgrund der barrierearmen, aber nicht vollständig barrierefreien Zugänglichkeit empfiehlt sich vor allem für Menschen mit Gehbehinderung eine vorherige Rücksprache mit dem Team. Wer eine eindringliche, historisch fundierte Ausstellung sucht, findet hier ein Kunsterlebnis im Zeichen von Verantwortung, Empathie und Aufklärung.

Diese Ausstellung berührt, klärt auf und bleibt im Gedächtnis. Wer sich für Erinnerungskultur, NS-Geschichte und biografische Ausstellungsformate interessiert, sollte „trotzdem da!“ in Breitenau unbedingt live besuchen.

Offizielle Kanäle von Gedenkstätte Breitenau:

Quellen:

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