Min(d)ing in Kassel: Doreen Mende hinterfragt den Wert von Rohstoffen und Kunst


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Rohstoffwelten in Kassel: Wenn Materialien zu kulturellem Kapital werden
Wie verwandeln sich Rohstoffe in Kunst, Wissen und gesellschaftliche Werte? Dieser Frage widmet sich Dr. Doreen Mende am 5. November 2026 in der Ringvorlesung des Käte Hamburger Kollegs an der Universität Kassel. Ihr Vortrag Min(d)ing: das relationale Kapital verbindet Rohstoffgeschichte, Provenienzforschung, globale Zirkulationen und zeitgenössische Ausstellungspraxis.
Ein Abend zwischen Lithium, Gold und Museumsobjekten
Im Mittelpunkt steht das Forschungsvorhaben min(d)ing: das relationale Kapital der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Historische Bestände werden dabei naturwissenschaftlich auf die Herkunft ihrer Materialien untersucht und in globale Zusammenhänge eingeordnet. Silber, Gold und Kupfer prägten Sachsen bereits in der Frühen Neuzeit als Teil weltweiter Zirkulationen. Heute rückt Lithium als strategischer Rohstoff zwischen globaler Vernetzung und nationaler Souveränität in den Fokus.
Die unsichtbaren Wege der Dinge
Der Vortrag fragt danach, wie sich der Wert eines Rohstoffs verändert, sobald er zum Kulturobjekt oder Kunstwerk wird. Anhand künstlerischer Arbeiten von Harun Farocki, Goldin+Senneby, Natascha Sadr Haghighian und Su Yu Hsin beleuchtet Doreen Mende die Umwandlung von Material in Artefakt. Dabei richtet sich der Blick auch auf die Infrastrukturen des Ausstellens und auf das Museum als prägende Technologie der Moderne.
Rohstoffwelten im Zeichen des postfossilen Zeitalters
Die Ringvorlesung ordnet den Abend in einen umfassenden gesellschaftlichen Umbruch ein. Internationale Konflikte, regenerative Energien, Öl und Gas, Mobilität, Stadtentwicklung, Landwirtschaft und neue Technologien zeigen, wie stark Rohstofffragen die Gegenwart bestimmen. Das Käte-Hamburger-Kolleg Rohstoffwelten: Kulturen im Umbruch verbindet wissenschaftliche Expertise mit einer offenen Diskussion über Gewinner, Verlierer, Unsicherheit und Zukunftsideen.
Expertise aus Forschung, Kuratorik und Provenienzforschung
Doreen Mende leitet die Abteilung Forschung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit Schwerpunkten in Provenienzforschung, Naturwissenschaft und Kuratorik. Sie war von 2015 bis 2025 Professorin an der HEAD Genève, promovierte zur Geopolitik des Ausstellens am Goldsmiths, University of London, und gründete 2015 das Harun Farocki Institut in Berlin. Ihre Ausstellungstätigkeit umfasst unter anderem Projekte mit Steve McQueen sowie Ausstellungen zu Forensic Architecture und Candida Höfer.
Einordnung und Veranstaltungserlebnis
Das UNI:Lokal schafft den passenden Rahmen für einen konzentrierten Abend zwischen Wissenschaft, Kunst und Stadtgesellschaft. Die Publikumsstimmung lebt von der Verbindung aus anspruchsvoller Analyse und aktuellen Fragen: Wem gehört der Wert eines Rohstoffs, welche Geschichten tragen Materialien in sich und welche Verantwortung entsteht daraus für Museen und Institutionen?
Die Veranstaltung wird vom Käte Hamburger Kolleg der Universität Kassel organisiert, in Kooperation mit dem SDG+ Lab und dem Staatstheater Kassel. Gefördert wird die Ringvorlesung durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Fazit: Rohstoffe neu sehen lernen
Der Vortrag eröffnet einen ungewöhnlichen Blick auf die Beziehungen zwischen Natur, Kultur, Technik und globaler Geschichte. Wer verstehen möchte, wie aus geologischen Materialien kulturelle Bedeutung und institutionelles Kapital entstehen, erlebt im UNI:Lokal einen erkenntnisreichen Abend mit Doreen Mende. Die Ringvorlesung lädt dazu ein, Rohstoffwelten nicht nur als wirtschaftliche Frage, sondern als gesellschaftliche und kulturelle Herausforderung zu diskutieren.
Offizielle Kanäle von Doreen Mende und der Ringvorlesung:
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